Die Klinik | Konzept

Die Klaus-Miehlke-Klinik Wiesbaden ist eine rheumatologisch, orthopädisch und psychosomatisch orientierte Rehabilitationsklinik, in der stationäre, teilstationäre bzw. ambulante Rehabilitationsverfahren und Anschluss-heilbehandlungen durchgeführt werden.
Die Klinik liegt in der reizvollen Umgebung an den Hängen des Aukammtales. Abseits vom Straßenlärm und in unmittelbarer Nähe von Kurpark und Thermalbad ist sie in das moderne Kurzentrum von Wiesbaden eingebettet. Die Hanglage ermöglicht einen herrlichen Blick über ganz Wiesbaden, frei zur Griechischen Kapelle mit ihren vergoldeten Kuppeln bis hin in den Rheingau.
Bahnhof und Stadtzentrum sind durch die hervorragende Erschließung und die bestehenden Busverbindungen einfach zu erreichen.
Das Ambiente der Klinik und die Zimmer sind speziell auf die Belange von Patienten und Erkrankungen des Bewegungsapparates ausgerichtet. Die Räumlichkeiten mit ihren kurzen Wegstrecken vermitteln eine heimische Atmosphäre und bieten auch Patienten mit Rollstühlen oder Gehhilfen gute Voraussetzungen.
Komfortable Zimmer mit Farb-TV, Telefon, Kühlschrank, Safe sowie Dusche/WC stehen zur Verfügung. Die Aufnahme von Begleitpersonen ist nach vorheriger Absprache möglich.
Bei medizinischer Notwendigkeit erfolgt die Aufnahme auf unserer Zentralstation in speziell ausgestatteten Doppelzimmern.
Rheumatologie
Patienten mit den häufigen verschleißrheumatischen Gelenk- und Wirbel-säulenerkrankungen und schwereren entzündlichen Verlaufsformen oder Menschen mit weichteilrheumatischen Beschwerden haben als gemeinsames Symptom den Schmerz. Später im Krankheitsverlauf kommen Bewegungs- und Funktionsstörungen der Gelenke, Bänder, Sehnen, Muskeln oder der Wirbelsäule hinzu. Bei vielen Betroffenen ist der Krankheitsverlauf langwierig, also chronisch. Manche Patienten leiden gleichzeitig noch an anderen Krankheiten, z.B. von Herz, Nieren, Magen-Darmtrakt, Haut oder blutbildenden Organen. Bei anderen sind Stoffwechselstörungen die Ursache der rheumatischen Erkrankung. Vielerlei solcher Aspekte müssen gegebenenfalls bei der Therapieplanung berücksichtigt werden. Glücklicherweise sind aber die meisten Probleme vom Fachmann leicht in den Griff zu bekommen.
Vor jeder Therapie steht die Diagnose. Dazu wird die bisherige Krankengeschichte durchgearbeitet. Mitgebrachte Untersuchungsbefunde und Röntgenbilder werden begutachtet. Es folgt die ärztliche Aufnahmeuntersuchung. Je nach Erkrankung und Vorbefunden werden z. B. Labor-, Herz-Kreislaufuntersuchungen, Lungenfunktionsprüfung, Röntgenuntersuchungen, Knochendichtemessung, Ultraschalluntersuchungen von Bauch, Schilddrüse oder Gelenken durchgeführt. Die Untersuchungsergebnisse können dann wie einzelne Steinchen zu einem Mosaikbild zusammengefügt werden, in dem schon bald die richtige Diagnose zu erkennen ist. Dann wird die Therapie angepasst.
Schmerzlinderung ist oberstes Behandlungsziel. Nur möglichst ohne Schmerz können die anderen Behandlungsmethoden, vor allem die Krankengymnastik, wirkungsvoll angewandt werden. Die Art der Krankheit, ihr Schweregrad und ihr Verlauf bestimmen die speziellen schmerztherapeutischen Methoden und den individuellen Behandlungsplan.
Physikalische Behandlungsverfahren, vor allem die Krankengymnastik und andere Bewegungstherapien, können zur Schmerzlinderung, Entzündungs-hemmung und Funktionsverbesserung beitragen. Krankengymnastik verbessert Bewegungsabläufe, stärkt ungeübte Muskulatur oder steigert Ausdauer und Leistungsfähigkeit des Herz-, Kreislauf- und Bewegungssystems. Lockerung verspannter Muskeln kann z.B. durch Massagen, Bäder oder Peloide erreicht werden. Kälteanwendungen lindern Schmerzen in entzündeten Gelenken. Wärme wirkt bei verschleißrheumatischen Prozessen besser.
Medikamentös werden Antirheumatika zur Linderung der akuten Beschwerden eingesetzt. Krankheitsmodifizierende Antirheumatika oder Basistherapeutika verlangsamen das Fortschreiten des rheumatischen Krankheitsprozesses. Manchmal hilft fachkundig eingesetztes Cortison am besten oder es muss eines der hochmodernen „Biologika“ eingesetzt werden. Neben den erwünschten Wirkungen von Medikamenten besprechen unsere Ärzte mit den Patienten auch mögliche Arzneimittelnebenwirkungen. Wenn es ohne Medikament einfach nicht geht, klären unsere Ärzte ihre Patienten darüber auf, wie man bei jedem einzelnen Medikament die Nebenwirkungen am besten vermeiden und die Therapie sicher machen kann.
Mit Schulungsprogrammen werden Patienten über wichtige Zusammenhänge zwischen Krankheitsentstehung, Verlauf und Behandlungsmöglichkeiten aufgeklärt. Informierte Patienten, die mit den Facetten ihres Krankheitsgeschehens vertraut sind, sind die besseren Partner für Arzt und Therapeuten.
Unser sozialmedizinischer Dienst fördert Maßnahmen zur Teilhabe am sozialen Leben und hilft bei der Wiedereingliederung in die berufliche Arbeit. Schwerere rheumatische Krankheiten treffen nämlich oftmals Menschen im mittleren Lebensalter. Wenn chronische Krankheiten die Psyche der Betroffenen belasten, kann Hilfe durch Fachpsychologen den Druck oft nehmen.
Es geht den meisten Rheumapatienten mit der richtigen Therapie besser, wenn Schmerzen gelindert und Gelenkschwellungen verringert sind oder die Krankheit gar zum Stillstand kommt. Wenn der Erfolg erhalten bleiben soll, dann darf die Therapie mit dem Ende des stationären Aufenthalts nicht aufhören. Wir erarbeiten deshalb mit unseren Patienten einen persönlichen Langzeitbehandlungsplan. Wir nehmen, wo möglich und nötig, Kontakt mit den weiterbehandelnden Ärzten auf. Wenn es die Patienten wünschen, klären wir auch die nächsten Verwandten über die Krankheit und ihre Folgen auf. Wir sagen ihnen, wie sie mit ihrem chronisch Rheumakranken ein möglichst normales Leben führen können.
Orthopädie
Bei uns steht die mobilisierende Therapie nach Operationen oder Verletzungen am Bewegungsapparat im Vordergrund der orthopädischen Maßnahmen. Zu Beginn erfolgt eine ausführliche Eingangsuntersuchung, in der sich der aufnehmende Arzt persönlich einen umfassenden Eindruck vom Krankheitsbild des einzelnen Patienten verschafft. Darauf aufbauend wird für jeden Patienten ein individueller Therapieplan für den Aufenthalt in unserem Hause erstellt. In der Therapie werden physikalische Behandlungsverfahren wie Massage, Wärme- und Stromanwendungen und medizinische Bäder neben medikamentösen Behandlungen genutzt. Schwerpunkt sind die Krankengymnastik und die medizinische Trainingstherapie, die individuell auf jeden Patienten sowohl in Einzel- als auch Gruppentherapie abgestimmt, geplant und durchgeführt werden. Ergänzend werden ergotherapeutische Maßnahmen, qualifizierte Hilfsmittelversorgung und ggf. orthopädietechnische Versorgung durchgeführt. Manualtherapeutische Verfahren ergänzen das Behandlungskonzept in geeigneten Fällen.
Bei der konservativen Therapie von Bandscheibenerkrankungen werden gezielte Nervenwurzelblockaden durchgeführt. Die konservative Therapie von Wirbelfrakturen (Trauma oder Osteoporose) wird frühfunktionell mittels spezieller Korsettversorgung durchgeführt. Bei der Behandlung chronischer Rückenbeschwerden wird ein abgestuftes Behandlungskonzept ergänzt durch Rückenschule und medizinische Trainingstherapie. Auch werden Schmerzbewältigungsstrategien erlernt.
Im Rahmen der speziellen Schmerztherapie erfolgt nach Erhebung der Schmerzanamnese und der ausführlichen klinischen Untersuchung eine Optimierung der medikamentösen Therapie. Ergänzend kommen minimal invasive Schmerztherapien wie bildwandlergesteuerte Facettgelenksinfiltrationen und -koagulationen, Nervenwurzelblockaden sowie therapeutische Lokalanästhesieverfahren zum Einsatz. Abgerundet wird die Schmerztherapie durch komplementäre Verfahren wie TENS-Therapie, Akupressur, kraniosakrale Therapie und Entspannungsverfahren.
Einen weiteren Schwerpunkt der Klinik stellt die Frühversorgung von Patienten nach Amputationen dar. Aufgrund der besonderen Ausstattung der Klinik und der Qualifikation des Ärzte-/Therapeuten-Teams unter der Leitung von Chefarzt Dr. med. Schröter sind wir in der Lage, Patienten bereits ab dem 8. postoperativen Tag nach der Amputation aus dem Akutkrankenhaus zu übernehmen. Bei Patienten mit Unterschenkelamputationen erfolgt eine Frühmobilisation mit pneumatischen Übungsprothesen bereits am 1. Therapietag. Patienten mit Oberschenkelamputationen erhalten zunächst eine Stumpfkonditionierung und eine erste prothetische Versorgung mit einer Interims-Prothese. Erst dann erfolgt die individuelle prothetische Versorgung entsprechend dem Mobilitätsgrad des amputierten Menschen. Neben einer täglichen Einzel- und Gruppengymnastischen Therapie erfolgt eine tägliche Ergotherapie zur Prothesengebrauchsschulung, eine sozialmedizinische Beratung und eine psychologische Betreuung.
Psychosomatik
In der psychosomatischen Abteilung ist das Behandlungskonzept integrativ ausgerichtet. Es beinhaltet sowohl tiefenpsychologisch fundierte als auch verhaltenstherapeutisch orientierte Behandlungsverfahren. Alle Therapeuten sind psychotherapeutisch ausgebildete Ärztinnen und Ärzte, diplomierte Psychologinnen und Psychologen. Regelmäßige wöchentliche Einzelgespräche, Gruppenpsychotherapiesitzungen und differenzierte indikationsgeleitete Angebote (Schmerzbewältigung, Stressbewältigung, Expositions-behandlungen in vivo, Tanz- und Körpertherapie) ergänzt um Entspannungs-verfahren, therapeutisch begleitete Selbsthilfegruppen, Sitzungen, Stationsvollversammlungen sowie Rehabilitationseinführungs- und Verabschiedungsveranstaltungen bilden die tragenden Säulen der psychosomatischen Behandlung und Rehabilitation. Es erfolgt eine standarisierte psychodiagnostische Therapieevaluation. Diese wird indikationsabhängig ergänzt durch störungsspezifische Testverfahren. Darüber hinaus besteht optional die Möglichkeit des Einsatzes einer umfangreichen kognitiven Funktionsdiagnostik.

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