Integrierte Versorgung für psychisch Kranke: Innovatives Behandlungskonzept

15. Dezember 2010

Mit der Integrierten Versorgung (IGV) wurde erfolgreich ein
übergreifendes, abgestimmtes und qualitätssicherndes Verfahren für Patienten eingeführt. Es schließt die Lücke zwischen ambulanter und stationärer Versorgung, zwischen Rehabilitation und Pflege. Verträge zur Integrierten Versorgung hatten bisher ihren Schwerpunkt im Bereich der Kardiologie und Endoprothetik.

Jetzt wird erstmals ein innovatives Versorgungskonzept für psychisch Kranke im Rhein-Neckar-Raum eingeführt: Die BKK FORTISNOVA schließt einen Vertrag zur Integrierten Versorgung mit dem Zentrum für Soziale Psychiatrie (ZSP) in Heppenheim und der Rhein-Haardt-Klinik, Bad Dürkheim. Damit wird die Behandlung bisher unterversorgter Patientengruppen verbessert.

Patienten mit eingeschränkten Deutschkenntnissen konnten bisher vom Versorgungsangebot psychiatrisch-psychotherapeutischer Krankenhäuser kaum profitieren, da dort das psychotherapeutische Gespräch im Vordergrund steht. Nach einer Krisenbehandlung im Fachkrankenhaus in Heppenheim können nun IGV-Patienten unbürokratisch zur Weiterbehandlung in die Rhein-Haardt-Klinik nach Bad Dürkheim verlegt werden. Dort besteht neben einem Angebot in türkischer Sprache auch ein Psychotherapieprogramm in Russisch, Polnisch, Serbo-kroatisch und Griechisch.

Eine weitere unterversorgte Gruppe bilden mehrfachgeschädigte Suchtkranke, die zudem an psychischen Krankheiten wie Depressionen, Psychosen oder körperlichen Begleiterkrankungen leiden. Auch diese Patienten können nach ihrer Entgiftung im ZSP ohne Wartezeit in den Suchtbereich der Rhein-Haardt-Klinik verlegt werden.

Bei der Entwicklung des IGV-Vertrages wurde sowohl von Seiten der BKK FORTISNOVA als auch der beteiligten Kliniken auf ein partnerschaftliches Vorgehen Wert gelegt. Der Verzicht auf überflüssige Bürokratie stellt ebenfalls eine richtungsweisende Innovation angesichts einer Überreglementierung im Gesundheitswesen dar.